Das Fenster zum Hof
Über das Gefühl, aus einer kleinen Stadt in eine größere zu schauen.
Mein Zimmer lag im dritten Stock. Es gab zwei Fenster: eines zur Straße, durch das man die Schule sah, und eines zum Hof, durch das man alles sah. Wer Streit hatte, wer Geburtstag feierte, wer am Abend vor dem Schlafengehen noch eine Zigarette auf dem Balkon rauchte.
Heute weiß ich, dass die wirklich wichtigen Dinge selten geradeaus passieren. Sie passieren um die Ecke, zwischen den Häusern, kurz bevor man das Licht löscht.
Wenn ich an meine Jugend denke, dann nicht an die großen Reisen oder Schulhof-Geschichten. Ich denke an dieses Fenster und an das ständige, kleine Glück, ein heimlicher Beobachter eines ganz alltäglichen Wunders zu sein.
Kommentare (1)
Woow super❤️
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